Vielleicht Epikureer.

Ich bin keine Frohnatur.
Das wirklich nicht.

Der Mann kommt in den Raum, erzählt langweiligstes Zeug und ignoriert, dass ihm niemand zuhört.
Auf einmal erwähnt er Gott und hat meine volle Aufmerksamkeit; ein Geistlicher muss zu dem Thema etwas zu sagen haben, das von Interesse sein könnte. Etwas, dass mich in die eine oder die andere Richtung schiebt; aber im Vergleich zu dem anderen Pfarrer ist dieser hier weit weniger herzlich, weit weniger – ja.
Er ist eben so, wie man sich den typischen katholischen Priester vorstellt, eigentlich. Eher alt, streng und irgendwie zugeknöpft.
Fast humorlos.
Trocken.
Ein guter Redner eigentlich, aber mit uninteressanten Themen und einem Vortrag, der genauso gut eine Predigt hätte sein können – keine Chance für Zwischenfragen.
Aber dann erwähnt er Gott.
Ich erwarte, dass er etwas dazu zu sagen hat. Ich erwarte auch, dass er dann endlich etwas zu dem Leben nach dem Tod sagt oder sagen kann, dass er nicht nur darüber redet, dass es das nach christlichem Glauben ja geben müsse, dass man nur hier stirbt und dass der Mensch mehr ist als die Verbindungen, aus denen er chemisch gesehen besteht, dass es mehr gibt, dass einen Menschen ausmacht – Tiere bestehen auch aus mehr. Und denen würde er kein Leben nach dem Tod zusprechen; bei Tieren würde er sagen, wenn sie tot sind, sind sie tot, da bin ich mir sicher.
Warum sollte es uns nicht genauso gehen?
Warum sollte auf uns etwas warten, nachdem wir gestorben sind?
Und warum kann dieser Mann nichts über Gott erzählen, das man nicht ohnehin schon einmal gehört hätte?
Es ist jedesmal dasselbe.
Jemand erwähnt, dass wir unter katholischer Trägerschaft stehen und mir wird flau.
Ich stehe nicht hinter dem katholischen Glauben.
Ich glaube nicht mal wirklich an Gott. Was ja mein Dauerproblem ist.
Ich kann damit einfach nicht umgehen.
Und die ganze Zeit über warte ich, dass jemand etwas sagt, dass mich entweder überzeugt oder gänzlich von alledem abbringt, aber es passiert einfach nicht.
Statt dessen läuft das Thema ständig nebenher, wie selbstverständlich, und für viele scheint es das zu sein. Für die, für die es das nicht ist, ist es aber allem Anschein nach nicht im mindesten so ein großes Problem wie für mich.
Es war klar, dass das nicht ausbleiben würde.

Es war klar, dass all das andere auch nicht ausbleiben würde.
Aber irgendwie kann ich mit dem Rest umgehen, mal so und mal anders.
Nur dieses Glaubensthema, das bringt mich jedesmal raus.

Gott hat mich bei der Hand genommen
Meine hat er dafür losgelassen, glaube ich manchmal. Wenn er sie jemals hatte.

Du bist saucool.
Danke. Aber nein. Bin ich nicht.
Wenn ich saucool wäre, wäre ich nicht so – so.
Wenn ich auch nur irgendwie cool wäre, würde ich nicht wegen jedem Scheiß anfangen zu heulen. Wenn ich cool wäre, wäre ich nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Ich würde nicht so viel nachdenken und grübeln und Schuldfragen, die man nicht beantworten kann, beantworten wollen. Ich würde nicht wegen jedem Mist direkt ausrasten und ich würde mich beherrschen können, ich würde nicht ohne nachzudenken in irgendwelche Scheiße geraten und ich wäre besonnener. Ich würde nicht ständig überlegen, ob es Gott gibt oder nicht, und ich würde nicht dauernd darüber nachdenken, warum ich wohl so bin, wie ich bin. Ich wäre nicht so feige. Ich würde keine dummen Sprüche machen, obwohl mir nicht danach ist. Das ist nicht cool; das ist erbärmlich.
Und ich bin auch keine Frohnatur.
Ich kann mich benehmen wie eine.

Die Lästerei nervt mich.
Wenn man nicht mutig genug ist, den Leuten ins Gesicht zu sagen, was man denkt, sollte man es einfach für sich behalten. Man weiß ja auch nie, wer das Geläster vielleicht weitergibt.
Ladet den Mist woanders ab.
Und ja, ich weiß, ich beschwere mich auch manchmal über andere Leute. Aber nicht auf diese bösartige Art; ich sage, was mir nicht passt, und das lasse ich die entsprechenden Leute selbst auch wissen.
Es stresst mich, dass so viel geredet wird und ja, ich sage auch, dass es das tut. Akzeptiert das oder lasst es bleiben.


"Ich kann gar nicht verstehen, wie du das machst, aber auf einmal beruhigt man sich. Du bringst mich zum Lachen und ich vergesse, dass ich sauer war."
Was habt ihr bloß für einen Narren an mir gefressen?
Das war so nicht geplant.

Und ja, ich bin traurig im Moment, und ich weiß nicht, wie ich mit allem umgehen soll.
Ich kann es nicht händeln, und die meiste Zeit merkt man das wohl auch.
Außerdem habe ich heute ein schlechtes Gefühl; als würde es jemandem nicht gut gehen. So wirklich nicht.


Was mich aber in der Tat aufgemuntert hat, ist dieses Testergebnis, erreicht durch diesen Test.
Ich komme ja öfter mal auf Gojyo raus, aber so nett wie dieses war bisher eigentlich kein Ergebnis. With your sincere treatment of people and thoughtfulness to others, you are well loved by everyone.
Danke dafür ♥
13.10.10 22:18
 


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